Donnerstag, 20. Oktober 2016

Musikalische Farbenlehre - The Ghost and the Machine, Rhiz, 18.10.2016




Vor kurzem habe ich über ihre CD geschrieben, am Dienstag konnte ich sie endlich wieder live erleben: "The Ghost and the Machine". Anlass für das Konzert im rhiz war das Erscheinen der Vinyl-Version ihrer Debut-Scheibe, sehr schön mit Ausklappcover. 

Bevor das Konzert beginnt, kann man die von Heidi Fial liebevoll gestalteten T-Shirts und Taschen am Merchstand bewundern, oder auf der Bühne daneben Andreas Lechners Resonatorgitarren, jede eine Schönheit für sich. Natürlich dürfen auch Räuchermännchen und Nussknacker aus dem Erzgebirge nicht fehlen, Schallplatten-Covermodels und Gegenstand von Matthias Macht´s Sammelleidenschaft. 
Schon bei den ersten Tönen des Konzerts fällt mir der ausgezeichnete Live-Sound hier auf; die warmen, satten Töne des Kontrabasses, der metallische Klang der Gitarren und das Schlagzeug harmonisieren auch live miteinander, die unterschiedlichen und vielfältigen Klangfarben kommen schön zur Geltung.

Nach der dritten Nummer ist das rhiz voll, von hinten drängen immer noch Leute herein, ein verdienter Erfolg des Trios und ein Beweis, dass es sich auszahlt, konsequent seinen eigenen musikalischen Weg zu verfolgen.

Hauptsächlich stellt die Band natürlich die Songs ihrer aktuellen Platte vor, an denen man sich nicht so schnell satthört. Im Live-Kontext sind die Lieder länger und bieten Raum für Improvisationen. Matthias Macht am Schlagzeug erzeugt vielfältige, subtile Rhythmen, kann aber auch gemeinsam mit Heidi Fial am Kontrabass die Lieder druckvoll vorantreiben, wenn es verlangt wird. Andreas Lechner überzeugt an den Gitarren (- es sind jetzt drei, mehr passen nicht auf die Bühne -) , mit bluesgetränktem Slidegitarrenspiel. Ein Höhepunkt ist auch der Gastauftritt von Gottfried Gfrerer, der wie schon auf der Platte bei zwei Liedern seine Slidegitarrenkunst beisteuert, darunter mein Liebelingslied "Piles".

Die Band gibt sich aber nicht mit dem veröffentlichten Songmaterial zufrieden, gut ein Drittel der Songs sind erst nach Veröffentlichung entstanden, ein Lied ist sogar so neu, dass der Gitarrist noch nicht einmal Zeit hatte, es seinen Bandkollegen beizubringen und daher alleine performt. Ich glaube, das war "Blue Day in a Yellow City", in dem er sein Interesse an der Farbenlehre verarbeitet hat. Besonders in Erinnerung bleibt mir auch "Passengers and Slaves" mit seinem ansteckenden Rhythmus, der auch die Bassistin zum Tanzen bewegt. 
Die MusikerInnen erzählen, dass sie bereits genug Material für eine weitere Platte hätten. Nicht einmal ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung des Debüts schon erstaunlich, hoffentlich ist die erste Auflage bald ausverkauft, damit genug Geld für die Aufnahme der nächsten Platte beisammen ist, ich kann nämlich gar nicht genug von dieser Musik bekommen.


Ab heute (20.10) bis 29 10 außer Sonntag, hat man die Gelegenheit, die Band (ich glaube als Duo) jeden Tag im Rahmen der Theateraufführung von "Wir HungerkünstlerInnen. Wir Hungerkünstler" im Theaterbrett zu erleben.



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