Donnerstag, 29. September 2016

Der Beginn einer musikalischen Reise: CD "The Ghost and the Machine"

Ich fange jetzt einmal an über CDs zu schreiben, die mir in letzter Zeit ganz besonders gefallen haben, wobei der Schwerpunkt bei den Künstlern liegt, deren Konzerte ich auch gern besuche. Meistens österreichische Künstler, aber nicht nur. 
Eine meiner Lieblings CDs des heurigen Jahres ist "The Ghost and the Machine" von der Band des gleichen Namens. Zu Beginn ein Duo (Andreas Lechner an der Gitarre und Heidi Fial am Kontrabass) haben sie mit Matthias Macht an den Drums ihre Idealform gefunden.
 
Abgesehen von der Musik, von der ich euch nachher erzählen werde, ist die CD schon mal eine Augenweide. Man sieht gleich, wie viel Arbeit und Liebe darin steckt, von den S/W Fotos bis zu den Grafiken. Und es gibt ein Booklet mit Texten! Auch wenn ich Englisch halbwegs beherrsche und die Songs im großen und ganzen verstehe, liebe ich es doch, die Texte in gedruckter Form vor mir zu haben. Und hier lohnt es sich wirklich, denn es sind Texte, die viel Freiraum für Assoziationen lassen, Bruchstücke von Konversationen vielleicht, oder innere Monologe, häufig in der "Ich"-Form. Eine wichtige, manchmal überwältigende Rolle spielen auch die wilde Landschaft, das Wetter, die Natur - und wie klein und vergänglich wir und unsere Gefühle darin sind, wie Häufchen aus Sand, die die Strömung wegspült ("Piles").
So wie die Texte lässt auch die Musik Freiraum, schon durch die minimale Besetzung mit Resonator-Gitarre, Bass und Schlagzeug. Die Slide-Gitarre weckt natürlich Bezüge zum Blues, und damit zu Amerika, auch wenn es eher ein gefühltes Amerika ist. 
Die Melodien sind sperrig, skizzenhaft, manchmal bezaubernd ("Love takes time"), können aber auch zupacken und vorantreiben ("Blues for Napoleon", "Seven moons"). 

Das Album ist ein erstaunlich reifes Debüt, ein Ausgangspunkt für eine musikalische Reise mit hoffentlich noch vielen Stationen.




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